Die acht Reyche der Ostgemarkung

Das ist die eigentliche Geschichte dieses Reyches, und sie reicht über Schwerin hinaus. Ein Verbot 1937, dreißig Jahre schlaraffisches Spiel in Wohnzimmern, und am Ende acht namentlich benannte Reyche, die ihren Bestand in Allschlaraffia wiedererlangten. Die Suerina war das fünfte von ihnen.

Die Verfügung vom 27. Januar 1937

Am 27. Januar 1937 verfügte Reinhard Heydrich als Chef der Deutschen Polizei die Auflösung der Schlaraffia. Die Frist zur „freiwilligen Auflösung“ lief bis zum 1. März 1937; am 4. Februar 1937 forderte der Bundesführer die Reyche auf, sich selbst aufzulösen. Die Akten waren der Gestapo zu übergeben.

Am 6. Hornung a. U. 78 — Hornung ist der Februar, das Datum also der 6. Februar 1937 — kamen die nordischen Reyche noch einmal zu einer gemeinsamen Sippung zusammen, kurz vor der Zwangsauflösung. Die Schlaraffen nennen die Jahre danach die uhufinstere Zeit.

Wichtig ist der Unterschied, den die Stammrolle Allschlaraffias macht: Ein Reych, das sich selbst auflöst, wird gestrichen. Die Reyche von 1937 wurden nicht erloschen gesetzt, sie wurden verboten. Genau darauf beruht dreißig Jahre später der Anspruch auf Wiederaufnahme.

Spiel in Heimburgen

Im Osten Deutschlands blieb es nach 1945 dabei. Für die Suerina gab es zwischen 1947 und 1959 noch eine offene Zeit in der „Theaterklause“ — die 1500. Sippung am 15. Lethemond a. U. 90 ist mit Gästen aus der Liegowia in der Schlaraffen-Zeitung gemeldet, und im Windmond desselben Jahres trug das Reych eine Reychsfehde mit der hohen Berolina aus. Ende 1959 war auch das vorbei: Öffentliche Räume standen den Schlaraffen nicht mehr offen.

Gesippt wurde danach in Heimburgen — in Privathäusern, streng nach Spiegel und Ceremoniale, von der Staatsmacht argwöhnisch beäugt. In Schwerin trug diese Zeit vor allem Ritter Babyfex der Vielgeliebte, der ein Nebengelass seines Hauses im Dorf Alt Meteln zur Burg umbaute. Die Folge der Burgen steht auf einer eigenen Seite.

Die Hilfe von außen

Vergessen waren diese Reyche im übrigen Uhuversum nicht. Ein Beispiel ist belegt und gut datiert: Am 12. Ostermond a. U. 129 widmete das Reych Sugambria seine Ostreyche-Gedenksippung ausdrücklich der Suerina (79). Die vielseitige Unterstützung von Freunden aus den westlichen Gemarkungen war in diesen Jahren lebenserhaltend — und sie ist der Grund, warum es nach 1990 überhaupt etwas wiederaufzunehmen gab.

Die acht

Nach der Wiedervereinigung benannte der Landesverband Deutschland acht Reyche der östlichen Gemarkungen, die unter schwersten Bedingungen weitergesippt hatten und ihren Bestand wiedererlangen sollten:

Mehr als die Namen und diese Zuordnung liegt hier nicht vor. Wer die Geschichte der sieben anderen Reyche sucht, findet sie im elektronischen Allschlaraffischen Reychsarchiv und bei den Reychen selbst — auf dieser Seite steht bewusst nur, was belegt ist.

Die Wiederaufnahme der Suerina

Die Suerina war das fünfte dieser acht. Bei seiner vierundachtzigsten Sitzung gab der Allschlaraffenrat 1996 dem Antrag auf Wiederaufnahme in Allschlaraffia statt. Die feierliche Wiederaufnahme erfolgte am 19. April 1997 — dem 19. Ostermond a. U. 138 — in einem Hotel im Schweriner Stadtteil Krebsförden.

Geholfen haben viele; das Reych nennt stellvertretend die hohen Reyche Im Sachsenwald, Lubeca, Hammonia und Ante Portas Mundi. Auf eigenen Antrag wechselte die Suerina danach in den Sprengel des Deutschen Schlaraffenrates Don Miguel.

Ritter Babyfex, der die Voraussetzungen dafür geschaffen hatte, ritt am 6. im Christmond a. U. 141 wenige Tage vor seinem 59. Wiegenfeste gen Ahalla. Sein Appell blieb: „Lasst kein Vakuum entstehen.“

Die andere Hälfte derselben Geschichte

Nicht jedes Reych hat diese Zäsur überstanden. Im Verbund der Uhunetzseiten erzählen die Ysenaha (243) in Eisenach, die Athenae Jenenses (127) in Jena und die Molhusia (224) in Mühlhausen den anderen Ausgang: Ihr Weg endete an derselben Zäsur oder brach vorher ab. Dass es in Schwerin anders kam, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von dreißig Jahren Beharrlichkeit in einem Nebengelass auf dem Dorf.

Die Angaben dieser Seite sind im elektronischen Allschlaraffischen Reychsarchiv belegt, überwiegend in den Jahrgängen der Deutschen Schlaraffen-Zeitung; die Angaben zur Verfügung vom 27. Januar 1937 und zur Aufforderung des Bundesführers stammen aus öffentlich zugänglichen Archivbeschreibungen. Zu den sieben anderen Reychen der Ostgemarkung liegen hier nur die Namen vor — deshalb steht zu ihnen nichts weiter auf dieser Seite. Ein Chroniktext des Archivs, der als maschinell erzeugte Verdichtung gekennzeichnet ist, gibt an, seit 1945 sei nur noch in Heimburgen gesippt worden; diese Fassung ist hier nicht übernommen, weil die 1500. Sippung a. U. 90 und eine Reychsfehde desselben Jahres öffentlich gemeldet sind — abschließend geklärt ist die Frage damit nicht. Das Hotel in Krebsförden, in dem die Wiederaufnahme 1997 gefeiert wurde, ließ sich nicht näher bestimmen.

Zusatzinformationen

Historisches - Übersicht Historie: Kaiserzeit 1885 - 1918 Historie: Zwischen den Weltkriegen 1919 - 1937 Historie: SBZ und DDR 1947 - 1989 Historie: BRD ab 1990 Die Burgen der Suerina Die acht Reyche der Ostgemarkung Die Bullhorniers

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