Die Bullhorniers

Die Kap Horniers sind ein ernster Bund: Seefahrer, die das Kap Hoorn unter Segeln umrundet haben. In der Suerina gibt es seit a. U. 150 eine Gesellschaft, die diesen Bund liebevoll auf die Schippe nimmt — die Wohlachtbare Gesellschaft der Bullhorniers. Ihr Seeweg führt nicht um Südamerika, sondern zu einer Tonne im Schweriner See.

Eine Persiflage mit Satzung

A. U. 150 entstand in der Suerina die Wohlachtbare Gesellschaft der Bullhorniers, ausdrücklich als Persiflage auf die Kap Horniers. Der Name ist ein Wortspiel mit dem Bullhorn — so heißt die Tonne, um die es geht — und zugleich mit dem Stierkopf, den das Reych auf seiner Reychsahne führt: dem mecklenburgischen Ossenkopp, seit 1219 auf dem Siegel Fürst Nikolaus' nachweisbar.

Das erste Treffen

Zum ersten Treffen am 15. Wonnemond a. U. 151 — Wonnemond ist der Mai — fanden sich 21 Freunde mit ihren Burgfrauen ein. Damit war die Sache gesetzt: Die Bullhorniers sind keine Sippung, sondern eine Ausfahrt, und sie findet in der warmen Jahreszeit statt, wenn die Burg ruht.

Das Ritual — Tonne und Insel

Beim dritten Treffen kontrollierten 24 Bullhorniers die Position der im Schweriner See verankerten Tonne „Bullhorn“ und besuchten anschließend die Insel Kaninchenwerder. Das ist der Kern des Brauchs: Die Tonne wird aufgesucht, ihre Lage wird geprüft — und dann wird gelandet.

Der Schweriner See ist mit 61,5 Quadratkilometern der zweitgrößte See der Mecklenburgischen Seenplatte. Wer hier hinausfährt, fährt über eine ordentliche Fläche Wasser.

Kaninchenwerder

Die Insel ist 0,37 Quadratkilometer groß und steht seit 1923 unter Naturschutz. Ihr Aussichtsturm wurde am 28. Mai 1895 eröffnet, und von Mai bis September fährt eine Fähre hinüber. Sie ist damit ein Ausflugsziel, das jeder Schweriner kennt — und ein denkbar passender Landeplatz für eine Gesellschaft, die das Seefahren ernst nimmt, ohne sich selbst ernst zu nehmen.

Die Wellenritte

Das Reych zählt seine Ausfahrten als Wellenritte, und die Gesellschaft ist über Schwerin hinausgewachsen: Im Heumond — dem Juli — 2021 nahmen einunddreißig Bullhorniers aus sechzehn Reychen am neunten Bullhornier-Wellenritt der Suerina teil.

Der zweite eigene Orden

Die Bullhorniers sind nicht die einzige Erfindung dieses Reyches. Den Orden Kaktus von Korinth verleihen im ganzen Uhuversum nur drei Reyche: die Hammonia (36), die Suerina (79) und die Ante portas mundi (339). Geehrt werden damit die Besserwisser und Korinthenkacker im Reych — wer genau nachzählt, wie viele Rosinen im Kuchen fehlen, bekommt dafür kein Lob, sondern einen Kaktus.

Zusammen sagen die beiden Einrichtungen etwas über die Suerina: Sie nimmt das Spiel ernst und sich selbst nicht. Wo dieses Spiel über hundertvierzig Jahrungen zu Hause war, steht auf einer eigenen Seite.

Die Angaben zum Reych sind im elektronischen Allschlaraffischen Reychsarchiv belegt, überwiegend in den Jahrgängen der Deutschen Schlaraffen-Zeitung; die Angaben zu Insel, See und Fähre stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen. Für die Treffen der Bullhorniers liegen nur schlaraffische Datumsangaben vor — weil der 15. Wonnemond in die erste Jahreshälfte fällt, ist die Umrechnung in ein profanes Jahr nicht eindeutig, und sie steht deshalb nicht im Text. Ob die gezählten Treffen und die gezählten Wellenritte dieselbe Reihe sind, geben die Unterlagen nicht her.

Zusatzinformationen

Historisches - Übersicht Historie: Kaiserzeit 1885 - 1918 Historie: Zwischen den Weltkriegen 1919 - 1937 Historie: SBZ und DDR 1947 - 1989 Historie: BRD ab 1990 Die Burgen der Suerina Die acht Reyche der Ostgemarkung Die Bullhorniers

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